Gottes Geist bringt die Gemeinde auf Kurs

Visionsabend der 121. Bundeskonferenz: Am Auftaktabend möchte BFP-Präses Johannes Justus die weit über 900 Teilnehmer mit seiner Predigt motivieren, mutig voranzugehen. Die Überschrift seiner  Botschaft: Gottes Geist bringt Gemeinde auf Kurs.

Wir können auf Zeiten des Wandels dreifach reagieren: Entweder bleiben wir passiv und lassen Dinge über uns ergehen. Oder wir werden aktiv, indem wir den Wandel bekämpfen. Oder aber wir wählen den dritten, besseren Weg: Wir gestalten den Wandel. Johannes erinnert uns an die Geschehnisse nach der Himmelfahrt Jesu: Der Heilige Geist bricht sich Bahn, ruft die Gemeinde ins Leben und rüstet die Apostel mit Kraft zum Zeugendienst aus. Es kommt zu einem intensiven Miteinander von Judenchristen und Heidenchristen, wobei unterschiedliche Denkmuster, Kulturen, Vorstellungen und Frömmigkeitsstile aufeinander prallen. Etliche Fragen stehen im Raum: „Wer muss sich jetzt noch beschneiden lassen? Dürfen Juden und Heiden miteinander essen? Wie gehen wir mit Götzenopfer um?“

Johannes setzt ein erstes Statement: Geisterfüllte Leiter finden Antworten auf Fragen, fokussieren die Gemeinde dann aber aufs Wesentliche. Sie haben keine Zeit für Nebenschauplätze, weil sie den Auftrag Gottes im Fokus haben. Wir können sehen, dass sich die Apostel nicht einfach dem Wandel ergaben, sondern durch das Apostelkonzil für Klarheit in brennenden Fragen sorgten und dann intensiv die Ausbreitung des Reiches Gottes anpackten.

Als Johannes von der Zusammenarbeit zwischen Paulus und seinem Schüler Timotheus spricht, hebt er vier Punkte hervor:

1. Der Auftrag als Fokus: In Zeiten des Aufbruchs und der Veränderung ist die apostolische Gabe von besonderer Bedeutung. Apostel behalten das Ziel im Auge und entwickeln Pläne und Strategien. Sie sind innerlich vom Heiligen Geist auf Kurs gebracht und verfolgen den gottgegebenen Auftrag.

2. Das Reich Gottes als Perspektive: Geisterfüllte Leiter haben eine Perspektive für das Reich Gottes, das kein politisches und irdisches Reich ist, sondern ein Reich, in dem die Herrschaft Gottes Herzen verändert: Durch die Beziehung zu ihm werden Menschen in außergewöhnliche Beziehungen zueinander gebracht. Jung und Alt werden miteinander verbunden.

3. Der Mensch als Methode: Wenn der Heilige Geist Leiter auf Kurs bringt, suchen sie in erster Linie nicht nach Methoden, sondern nach Menschen. Paulus fand Timotheus, einen jungen Mann mit einem guten Ruf und mit der Fähigkeit sich unterzuordnen. Er sah den jungen Timotheus, aber er sah mehr: nämlich wie er einmal sein würde.

4. Der Dienst als Freude: Wenn der Auftrag im Fokus bleibt, das Reich Gottes die Perspektive ist und das Potenzial der Menschen gesehen und freigesetzt wird, führt dies zu einem Dienst, der von Freude erfüllt ist. Denn es gibt nichts Größeres, als in der Setzung Gottes zu dienen. Auch wenn Menschen in unserem Land meinen: "Die Gemeinde ist kurz vor dem Kollaps!", dürfen wir in Zuversicht und Glauben an das Wort Jesu erinnern: "Ich werde meine Gemeinde bauen!"

Am Ende seiner Botschaft setzt Johannes schließlich ein Zeichen: Er bittet alle Leiter unter 35 Jahren nach vorne, damit die Mitglieder des Präsidiums Hände auflegen und für sie beten können. Damit macht Johannes stellvertretend für die Bundesleitung deutlich: „Wir fördern und vertrauen der jungen Leitergeneration. Wir heben sie hoch und ebnen Wege.“ Mit diesem starken Signal und in der Atmosphäre des Gebets und der Einheit kommt der Visionsabend zum Abschluss.

Benjamin Sawadsky

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