Leiten und Beten gehören zusammen

Eine Predigt im Doppelpack

Als Daniel Dallmann und Andreas Sommer am Mittwochmorgen sprechen, ist eines klar: Hier teilen sich nicht nur zwei Pastoren eine Predigt, sondern auch zwei Freunde.

 

Stillstand trotz Aktivitäten

Andreas Sommer malt den Zuhörern die Szene aus 1. Samuel 17 vor Augen. „Israel, ein Volk, das nicht weiter weiß, steht vor dem Heer der Philister und zittert vor Goliath.“ Er beschreibt, wie ein Heer das andere beschimpfte und wie sich einige Soldaten mit Alltäglichem wie Feuermachen und Kochen beschäftigen mussten. Eine Frage stellten sich wohl alle: „Was können wir gegen Goliath unternehmen?“ So jagten die Oberen von einer Besprechung zur nächsten. Sitzungen und Protokolle waren an der Tagesordnung. „40 Tage lang war Stillstand trotz aller Aktivität. Das Volk brauchte einen Leiter!“ Seiner Meinung nach seien in Gemeinden auch Leiter oft durch Komitees ersetzt worden. Und am Ende warte auch hier dann der Stillstand trotz aller Aktivität. „Wir in Deutschland haben Angst vor schlechten Leitern. Doch diesem Problem sollten wir uns stellen.“

 

Widerstand in eigenen Reihen

Als dann der Hirtenjunge David erscheint und gegen Goliath vorgehen will, bekommt er es gleich mit verschiedenen Reaktionen zu tun, die typisch für den Umgang mit Leitern seien:

Zuallererst formte sich Widerstand in den eigenen Reihen. Dann musste David Nachweise erbringen, warum er qualifiziert sei, den Riesen zu besiegen. Und zu guter Letzt bekam er es mit alten Strukturen in Form einer viel zu großen Rüstung zu tun. Doch: „Er ließ sich nicht in die Rüstung stecken.“

 

Eine viel zu große Rüstung

Daniel Dallman erzählt von seinen Anfängen als Pastor und wie er lernen musste, Verantwortung als Leiter zu übernehmen und sich dabei nicht dem Druck von außen zu unterwerfen. „Die Erwartungen der Gemeinde an mich als Pastor waren enorm hoch. Ich habe rund um die Uhr gearbeitet, alle Mitglieder besucht und Schwarzwälder Kirschtorte gegessen, bis ich nicht mehr konnte.“ Er habe lernen müssen, Nein zu sagen und sich der aktuellen Realität zu stellen: „Wenn du nicht weißt, wo du stehst, weißt du auch nicht, wie du zum Ziel kommst.“ Und dabei habe ihm seine Frau Gabi geholfen: „Sie sagte: Was jammerst du denn? Du kannst doch leiten, wie du willst. Alles, was du machst, ist freiwillig. Und außerdem kannst du doch jederzeit wieder zurück ins Finanzamt, zurück in deinen alten Job.“ Letzteres wollte er nicht und so besann er sich und suchte Gott und seine Gegenwart. Er macht den Konferenzbesuchern Mut, sich Gott mit offenem Herzen zu stellen und von ihm zu hören, was getan und was nicht getan werden muss. Das schule auch den Charakter. „Charakter ist kein wesentliches Merkmal einer Leitungskraft. Leiten kann man auch ohne Charakter. Doch Charakter macht zu einer Führungspersönlichkeit, der es wert ist zu folgen.

 

Verkündigung und Gebet

Beide, Andreas Sommer und Daniel Dallmann sind sich einig: Ein guter Leiter kümmert sich maßgeblich um zwei Dinge: um seine ihm übertragene Aufgabe und um das Gebet! „Unser Job ist nicht das Lösen aller Probleme.“ Das habe Paulus auch nicht getan. Stattdessen betet dieser in Epheser 1, dass Gott den Geist der Weisheit und der Offenbarung gebe. „Wir sollen verkündigen und beten! Und Gott schenkt Weisheit und hilft!“

 

Abendmahl und Segnung

Nachmittags ist für alle Konferenzteilnehmer Zeit zum Gebet. Pastor Bernd Scheven hat mit seinem Team in der Plenumshalle sechs Gebetsstationen aufgebaut, wo jeder Einzelne persönlich auf das reagieren kann, was Gott zu ihm im Laufe der Konferenz geredet hat. An jeder Gebetsstation kann man das Abendmahl feiern und für sich beten lassen. Es geht um Gemeinschaft, Vergangenes, Zukünftiges, geistliche Erneuerung, prophetisches Gebet und Loslassen. Im Hintergrund spielt ruhige Musik. Zwischen 15 und 17 Uhr kann man kommen und die Gebetsangebote in Anspruch nehmen. Eine ganz persönliche Nähe zu Gott und zueinander entsteht. Viele Teilnehmer sind tief berührt von dem Angebot und werden neu gestärkt für ihre Aufgaben in ihren Gemeinden: Für Verkündigung und Gebet.

Autorin: Esther Dymel-Sohl

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