3. Theologisches Intensivforum

Unser Leiterbild – verankert in unserer Gesellschaft

„Wie stellen Sie sich den 'Herrn Pastor' vor?“ Diese Frage steht exemplarisch für das Thema des 3. Intensivforums des FThG (Forum für Theologie und Gemeinde): „Unser Leiterbild – verankert in unserer Gesellschaft“. Wir kennen diese Frage und die diversen Antworten aus der Gemeinde – spätestens wenn ein neuer Pastor gesucht wird. Aber wie beantworten die Menschen außerhalb der Gemeinde diese Frage? Das Forum forderte zu einem Wechsel der Perspektive auf.

Aktuell

Das Thema ist aktuell, denn unsere Gesellschaft wird zunehmend bunter. Jonathan Schirmer (Jesus-Zentrum Bad Nauheim) gibt in seinem Impulsreferat einen Einblick in seine Forschungsergebnisse. Auf hohem, wissenschaftlichen Niveau lädt er ein, auf die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Gemeinde und unserem Leiterbild zu schauen – alles aus Sicht eines Soziologen. Menschen leben heute nach verschiedenen Lebenskonzepten (Milieus) – und bringen selbstverständlich ihre Erwartungen in die Gemeinde mit. Soll der „Herr Pastor“ Sozialarbeiter, Repräsentant oder doch eher Seelsorger sein? Die Liste ließe sich fortsetzen, und mit jedem Begriff verbinden sich Erwartungen an diese Rolle. Das führt zu der Frage: „Muss ich als Leiter nun alle diese Erwartungen erfüllen?“ Jonathan Schirmer ermutigt zu einem Blick auf sich selbst. Aus welchem gesellschaftlichen Umfeld komme ich? Was ist meine Berufung von Gott?

Und die Gemeinde? Sie ist Teil der Gesellschaft. Heute kommen die Mitglieder in den Freikirchen überwiegend aus der „bürgerlichen Mitte“, mit der sich immer weniger Menschen in unserem Land identifizieren – schon seit einigen Jahren. Das bedeutet für die Gemeinde eine Herausforderung, sich für Menschen „anderer Couleur“ zu öffnen.

Leidenschaftlich

Die Teilnehmer diskutieren in Kleingruppen: Aus welchem Background kommen die Menschen in unserer Gemeinde? Wen erreichen wir? Zu welchen Menschen habe ich persönlich weniger Zugang? Welche Leiterschaftskulturen finden sich in der Bibel? Brauchen wir für jede Gruppe der Gesellschaft eine eigene Gemeinde oder schaffen wir es, die unterschiedlichen „Typen“ zu integrieren?

Ehrlich

Die Ergebnisse aus den Kleingruppen, die Helene Wuhrer im Plenum zusammenfasst, sind ehrlich. Viele Gemeinden sehen sich im „bürgerlichen Milieu“ verankert. Zugleich tun sie sich schwer mit Menschen, die neue Lebenskonzepte ausprobieren oder eher aus der „Erlebnisgesellschaft“ kommen. Bemerkenswert die Frage nach Leitern: Kann es sein, dass wir nicht zu wenige Leiter haben, sondern gelegentlich Menschen am falschen Platz eingesetzt werden? Übersehen wir Menschen, die Zugang zu „unerreichten Gruppen“ hätten, die aber nicht in unser „Bild“ vom Leiter passen?

In seinem Abschluss-Statement greift Jonathan Schirmer praktische Aspekte der Gottesdienstgestaltung („Wo ist die Volksmusik-Gemeinde?“), übergemeindlicher Zusammenarbeit und Leiter-Ausbildung auf. Eine ehrliche Selbst-Reflexion des Leiters und der Gemeinde sowie die Fokussierung auf die von Gott geschenkte Begabung sind notwendig, damit niemand zwischen den unterschiedlichen Anforderungen zerrissen wird. Jonathan Schirmer: „Wenn 'die Hand' ihre Aufgabe als Hand erkennt, annimmt und im Vertrauen auf die Ergänzung Gottes ausübt, wird der Leib Christi insgesamt handlungsfähig und durch sein Handeln diese Welt verändern.“ Das passt gut den Begrüßungsworten von Präses Johannes Justus, der die Teilnehmer an Johannes 3,27 erinnert: „Jeder einzelne dient mit dem, was Gott ihm gibt.“ In dieser Haltung wollen wir uns diesem Auftrag in der Gemeinde stellen!

 von Oliver Fuß

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